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Körpersprache

Menschen kommunizieren grösstenteils nonverbal und paraverbal. Besonders im späteren Stadium einer Demenz ist es wichtig, dass wir die Signale der Körpersprache gut verstehen.  

Mittels Kommunikation drücken wir aus, wer wir sind, was wir wollen oder nicht wollen, woher wir kommen und was wir fühlen. Aktuell sind weltweit rund 6000 Sprachen bekannt. Wir tendieren dazu, die verbale (gesprochene) Sprache zu überschätzen und vergessen dabei, dass der Mensch nach wie vor mehrheitlich nonverbal (nicht gesprochen) und paraverbal (emotionaler Teil der Sprache mit Tonfall, Rhythmik, Lautstärke usw.) kommuniziert. 

Eine Forschungsarbeit des Psychologen Albert Mehrabien ergab Ende der 1960er-Jahre, dass der verbale Anteil (sprachlicher Inhalt) der Kommunikation nur 7 Prozent beträgt. Die Wissenschaft rechnet heute damit, dass der verbale Anteil zwischen 10 und 30 Prozent beträgt. Einfluss auf dieses Verhältnis haben Geschlecht, Kulturkreis, Alter und weitere Faktoren.

Der Mensch kommuniziert mittels

  • gesprochener und geschriebener Sprache
  • Tonfall und Rhythmik
  • Gesichtsausdruck
  • Mimik, Gestik, Haltung  
  • Nähe, Distanz und Berührungen
  • Geruch (Schweiss, Parfum, Pheromone/Botenstoffe) 
  • Zeichen und Symbolen (Kleider, Frisur, Tätowierungen usw.) 

Menschen mit Demenz verlieren im Laufe ihrer Krankheit die Fähigkeit zu kommunizieren. Einerseits sind es Erinnerungslücken, die das Sprechen erschweren. Worte gehen vergessen, Sätze geraten durcheinander, und was andere Menschen sagen, wird nicht mehr verstanden.

Kommunikation

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Andererseits ist das Gehirn nicht mehr in der Lage, die involvierten Körperteile wie Lunge, Kehlkopf, Lippen, Zunge (paraverbal) oder Gesicht, Hände, Körper (nonverbal) zu steuern.

Je mehr die Kommunikation eingeschränkt ist, desto weniger Rückmeldungen bekommen wir von den Betroffenen. Dies macht die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz sehr anspruchsvoll: Es ist nicht einfach herauszufinden, ob sie gerne haben, was wir mit ihnen machen. Und sie können uns nicht mehr (verbal) mitteilen, wenn sie Schmerzen, Harndrang, Hunger usw. haben.

Jedoch können Menschen mit Demenz bis ins sehr späte Krankheitsstadium hinein nonverbale und paraverbale Sprache bilden und verstehen. Der Betroffene nimmt also bis zu seinem Tod wahr, ob wir ihm liebevoll, herzlich, gelassen, sicher – oder eben gestresst, unfreundlich, herablassend begegnen. Umgekehrt kann er uns über die nonverbale und paraverbale (laut oder leise, schnell oder langsam etc.) Sprache signalisieren, was ihm fehlt und was er will.

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So gelingt die Kommunikation mit Menschen mit Demenz:

  • Gehen Sie auf Augenhöhe
  • Achten Sie auf Gefühle
  • Geben Sie genug Zeit für Antworten
  • Seien Sie freundlich
  • Sprechen Sie langsam und klar
  • Sagen Sie nur einen Sachverhalt oder eine Frage aufs Mal
  • Unterstreichen Sie Ihre Aussagen mit Gesten und Mimik

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➔ Maggie Ellis, Arlene Astell, Nonverbale Kommunikation mit demenzkranken Menschen, Hogrefe, 2019

➔ Astrid Steinmetz, Nonverbale Interaktion mit demenzkranken und palliativen Patienten, Springer, 2016

➔ Hier gibt’s mehr Informationen zur Körpersprache 

Quelle YouTube

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