chatbot

Rufen und Schreien

Manche Menschen mit Demenz neigen zu Rufen oder Schreien. Aussenstehende erkennen oft keine Gründe und reagieren überfordert. Mit Geduld und Empathie lassen sich die Probleme verringern oder vermeiden.

Schreien bei Demenz kann eine Reaktion auf sehr verschiedene Umwelteinflüsse sein: Angst, Schmerz, Einsamkeit oder Reizüberflutung. Fast immer liegt die Ursache in ungünstigen Lebensbedingungen der Betroffenen. Mit lautstarken Rufen fordern Betroffene Aufmerksamkeit und Verständnis. In manchen Fällen äussert sich so eine Wut über die verlorene Kontrolle über ihr Leben. Meist in einem späteren Krankheitsstadium, wenn Menschen sich kaum noch anders artikulieren können, als mit Schreiattacken. 

Quelle YouTube

Strategien

Um Lärm zu minimieren, müssen Angehörige oder Pfleger zunächst den Schreigrund herausfinden. Grundsätzlich unterscheiden Experten zwischen körperlichen und emotionalen Ursachen. Dazu kommen häufig biografisch bedingte Auslöser. Hat ein Mensch mit Demenz bereits in jungen Jahren ungern gebadet und lieber geduscht, wird er möglicherweise als Heimbewohner ein Vollbad lautstark ablehnen. 

➔ Grundlegende Informationen zur Bedeutung des Schreiens in der Pflege finden Sie bei der Universität Witten-Herdecke

➔ Hier finden Sie Hilfestellungen, um Menschen, die schreien, mit Empathie begegnen zu können

Auf keinen Fall sollten Pflegende Erkrankte mit Vorwürfen konfrontieren. Ändern lässt sich problematisches Verhalten nicht durch Versuche, die Menschen zu korrigieren, sondern durch eine Veränderung der Umgebung. Körperliche Bedürfnisse und Beschwerden, wie Hunger, Durst, Probleme beim Sitzen oder Liegen, eine laute Umgebung, zu kalte oder warme Räume, lassen sich normalerweise schnell beheben. 

Aromatherapie

Aromatherapie

Aromatherapien haben in der Naturheilkunde eine lange Tradition. Sie wirken über Nase und Haut auf unser Nervensystem, sorgen für Linderung … weiterlesen

Bei Angst, Traurigkeit oder Einsamkeit helfen möglicherweise Musik, Gemeinschaft mit anderen Menschen, Nähe, etwa durch Umarmung, Hände massieren oder auch den Betroffenen seinen eigenen Körper spüren lassen, zum Beispiel durch Streicheln. Die richtige Methode zu finden, ist nicht so einfach. Hilfreich sind in jedem Fall Aufmerksamkeit und Zuneigung.

Links und Literatur

➔ zum Dossier «Aushalten! Eine höchst anspruchsvolle Aufgabe» von alzheimer.ch

➔ Hans-Werner Urselmann, Schreien und Rufen. Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz, Hogrefe-Verlag 2021

➔ Bo Hejlskov Elvén, Herausforderndes Verhalten bei Demenz, Bedürfnisse erkennen und gelassen darauf eingehen, Ernst Reinhardt Verlag, New Edition 2020

demenzjournal

Aggression bei Demenz: Ein Mann sieht Rot

Kurt Richter malt Mandalas, raucht Marlboros und hat eine Korsakov-Demenz. Er reagiert mit grosser Wut auf alles, was seiner täglichen … weiterlesen

Entdecke unsere weiteren Plattformen:

demenzworld

Alles für das Leben mit Demenz: Verschaffe dir einen Überblick über die demenzworld und entdecke unser demenznavi.

Mehr erfahren

demenzjournal

Interviews, Reportagen, Blogs und mehr: demenzjournal versorgt dich seit 2016 crossmedial mit Demenzwissen.

Mehr erfahren

demenzmeets

Triff Angehörige, Betroffene und Fachpersonen zu einem Austausch auf Augenhöhe und verbringe »leichte Stunden zu einem schweren Thema«.

Mehr erfahren

demenzforum

Tausche dich in unserem sicheren Online-Forum vertrauensvoll zum Alltag mit Demenz aus und erhalte rasch Antworten.

Mehr erfahren