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Chronisch Traumatische Enzephalopathie

Eine leichte Gehirnerschütterung heilt normalerweise folgenlos aus. Hingegen können wiederholte Schädel-Hirn-Traumata eine CTE-Demenz als Spätfolge verursachen – mit Symptomen wie bei Alzheimer oder Parkinson.

Diese Erkrankung hat etliche Beinamen. Einige davon sind sehr bildhaft und dadurch auch sehr viel einprägsamer als der medizinische Fachbegriff «Chronisch Traumatische Enzephalopathie» (CTE). Bei der CTE handelt es sich um einen allmählich voranschreitenden Abbau der Gehirnfunktionen, die Mediziner sagen dazu «progressive neurodegenerative Erkrankung». 

Sie tritt auf nach häufigen Schlägen oder Stössen auf den Kopf, und in ihren Unterformen unter anderem auch «Boxer-Syndrom» genannt oder «faustkämpferisches Parkinson-Syndrom». Der ehemalige Boxweltmeister Muhammad Ali gehörte zu den bekanntesten Sportlern, die als Folge von chronischen Kopftraumata eine degenerative Gehirnerkrankung entwickelten – mit ähnlichen Symptomen wie bei Alzheimer oder Parkinson. 

Quelle YouTube

Eine CTE tritt häufig bei Leistungssportlern und Berufsgruppen auf, die wiederholten Schädeltraumata ausgesetzt sind. Sie ist bei Boxern ebenso gefürchtet wie bei Kampfsportlern, Football-Spielern, Ringern, Stunt-Darstellern oder Motocross-Fahrern. Auch Eishockey-Spieler und Fussballer sind diesbezüglich gefährdet. Im Sommer 2019 hat der Deutsche Fussballbund erstmals die Profi-Fussballspieler zu Untersuchungen bezüglich Gehirnschäden und CTE aufgefordert.  

Schläge und Stösse

Ausgangspunkt der Krankheit  sind wiederholte, leichtgradige Ausseneinwirkungen auf den Kopf, vor allem Schläge und Stösse  – auch, wenn sie alle unterhalb der Schwelle einer Gehirnerschütterung lagen. Doch die Wiederholung führt zu einer zunehmenden Zerstörung von Nervenzellen und zu einer abnormen Anhäufung des Tau-Proteins, eine Veränderung, wie sie auch bei der Alzheimer-Demenz und anderen neurodegenerativen Krankheiten vorkommt. 

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Der absolut sichere Nachweis einer CTE ist nach wie vor erst nach dem Tod (post mortem) möglich, indem man das Gehirn der Betroffenen obduziert. In der Neuropathologie zeigt sich in der Post-Mortem-Untersuchung ein Gewebeschwund – eine Athropie – verschiedener Hirnareale. Inzwischen gibt es aber ein bildgebendes Verfahren, die sogenannte Positronen-Emissions-Tomografie (PTE), die den Verdacht krankhafter Veränderungen am Gehirn frühzeitig bestätigen kann.

Verlangsamte Sprache

Erste Anzeichen der Erkrankung zeigen sich meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach den erlittenen Ausseneinwirkungen auf den Kopf. Anfängliche Symptome können eine verlangsamte Sprache sein, Gangunsicherheiten oder Koordinationsschwierigkeiten. Im Verlauf der Krankheit kommen parkinsonähnliche Anzeichen dazu wie etwa das bekannte Zittern. 

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Auch Symptome einer beginnenden Demenz können sich zeigen in Form von Gedächtnis-, Orientierungs-, Aufmerksamkeits- oder Sprachstörungen. Insgesamt sind die Symptome vielfältig: Während bei einigen Patienten körperliche Symptome überwiegen, leiden andere eher unter Verhaltensauffälligkeiten oder Persönlichkeitsveränderungen. 

➔ Hier geht’s zum CTE-Infoblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Letztlich sind alle Begleiterscheinungen anderer neurodegenerativer Erkrankungen, zu denen die Demenzen gehören, möglich. Typischerweise verschlechtern sich die Symptome einer CTE im Laufe der Zeit und führen letztlich zum Tode.

Spezifische Behandlungsmöglichkeiten für eine vermutete CTE gibt es gegenwärtig nicht. Um die Symptome zu mildern, werden verschiedene Methoden empfohlen:

  • Ausreichend Schlaf
  • Körperliches Training
  • Physiotherapie zur Behandlung motorischer Ausfälle
  • Psychoedukative Verfahren, eventuell Verhaltens- oder Psychotherapie
  • Massagen zur Entlastung der Krämpfe
  • Ergotherapie, um Spasmen und Zittern zu reduzieren
  • Logopädie bei Sprachstörungen
  • Unterstützende medikamentöse Behandlung

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