Psyche
Das Gesamtsystem aus geistigen Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmalen eines Menschen bezeichnet man als Psyche. Psychische Störungen sind häufige Begleiterscheinungen einer Demenz.
Zu den geistigen Fähigkeiten zählen unter anderem die Wahrnehmung, das Erinnern und Lernen, das Planen und die Orientierung, aber auch Eigenschaften wie Empathie und Intuition. Zu Persönlichkeitsmerkmalen zählen beispielsweise das Mass an Aufgeschlossenheit, Perfektionismus, Geselligkeit und Rücksichtnahme.
In der Vergangenheit wurde die Psyche vor allem durch Abgrenzung von der Physis, also dem Körper definiert. In der Medizin geht man allerdings heute davon aus, dass sich Psyche und Physis gegenseitig beeinflussen können. Diese Betrachtungsweise nennt man Psychosomatik.
Psyche und Demenz
Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen treten bei jedem Menschen mit Demenz zu irgendeinem Zeitpunkt im Krankheitsverlauf auf und gehören damit zu den zentralen Symptomen bei Demenz-Erkrankungen. Sie sind der wichtigste Grund für bis zu 50 Prozent der Aufnahmen in ein Pflegeheim, rund 70 Prozent der Bewohner von Pflegeeinrichtungen sind davon betroffen.
Zu den häufigsten psychischen Störungen bei Demenz-Erkrankungen zählen Depressivität, Teilnahmslosigkeit, Verhaltensstörungen wie der Verlust von Verhaltensregeln oder ausgeprägte Unruhe; mit fortschreitender Krankheit auch Wahn und Halluzinationen sowie verbale und körperliche Aggressivität. Gerade diese fortgeschrittenen psychischen Störungen sind in Pflegeeinrichtungen häufig eine Herausforderung.
Dabei lässt sich eine Demenz-Erkrankung nicht immer gleich von anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen oder Medikamenteneffekten abgrenzen. Bei einer Therapie steht deshalb die Behandlung möglicher körperlicher Ursachen wie Schmerzen oder vermindertes Hör- und Sehvermögen an erster Stelle. Darüber hinaus helfen soziale und anregende Massnahmen wie die Erinnerungspflege oder das Schaffen einer angenehmen Umgebung.
Erst wenn die nichtmedikamentösen Massnahmen erfolglos ausgeschöpft sind, kommt eine Behandlung mit Medikamenten in Frage. Deren therapeutischer Nutzen ist begrenzt. Und es entsteht das Risiko von teilweise erheblichen Nebenwirkungen.
Die psychischen Symptome einer Demenz-Erkrankung sind häufig auch für die Angehörigen der Erkrankten belastend. Sehr ausgeprägt sind Persönlichkeitsveränderungen und herausforderndes Verhalten bei einer Frontotemporalen Demenz. Hier treten sie schon früh im Krankheitsverlauf in Erscheinung, oft sind sie sogar die ersten Symptome.
Ein wichtiger Aspekt bei der Betreuung von Menschen mit Demenz und herausforderndem Verhalten sind das Wissen, die Unterstützung und der Austausch der Betreuenden. Am besten informieren sie sich bei den Anlaufstellen der Alzheimer- und Demenz-Organisationen. Diese bieten unter anderem Informationsmaterial und Angehörigengruppen an und verfügen über ein Netzwerk an Fachpersonen wie Alltagshelfer, Psychologen und Psychiater.
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