Altersdemenz
Der Begriff Altersdemenz bezeichnet eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen des Gehirns, die mit der schrittweisen Verminderung der kognitiven Fähigkeiten einhergehen. Demenz gehört zu den häufigsten Krankheiten im Alter.
Altersdemenz ist keine spezifische Erkrankung und keine medizinische Bezeichnung. Vielmehr hat sich der Begriff eingebürgert, weil die Mehrzahl der demenziell Erkrankten über 65 Jahre ist.
Demenz ist aber auch keine normale Alterserscheinung, sondern eine hirnorganische Erkrankung, bei der sich Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und praktisches Geschick kontinuierlich verschlechtern. Die Abgrenzung dieser Krankheit von normalen altersbedingten Abbauprozessen ist nicht immer einfach, auch weil demenzielle Erkrankungen oft schleichend beginnen.
Für die Diagnose Demenz müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören die nachweisliche Abnahme des Gedächtnisses und eine erhebliche Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten wie dem Ankleiden, der persönlichen Hygiene, des Gedächtnisses und/oder der Orientierung.
Sofern diese Einschränkungen seit mindestens sechs Monaten auftreten, ist eine Demenz wahrscheinlich. Zu Beginn der Erkrankung sind die Betroffenen meist noch nicht auf ständige Unterstützung angewiesen, erst im späteren Verlauf. Bei schwerer Demenz ist die permanente pflegerische Versorgung unverzichtbar.
Demenzformen
Als primäre Demenzen werden eigenständige Krankheiten bezeichnet, bei denen nach und nach Nervenzellen im Gehirn absterben. Dazu gehören degenerative Demenzen wie die Alzheimer-Demenz, die vermutlich von Proteinablagerungen im Gehirn, sogenannten Plaques, mitverursacht wird.
Mit rund 60 Prozent der diagnostizierten Fälle ist Alzheimer die häufigste Demenzform. Am zweithäufigsten tritt die vaskuläre Demenz auf, bei der Schädigungen der Hirngefässe das Absterben von Nervenzellen und -fasern verursachen.
Weitere primäre Demenzformen sind die Frontotemporale Demenz und die Lewy-Körperchen-Demenz. Während diese primären Demenzen als unheilbar gelten, gibt es bei sekundären Demenzen Heilungschancen, sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Diese Demenzen werden von anderen Erkrankungen verursacht, zum Beispiel durch Diabetes, Hirntumore, Alkoholsucht oder Schilddrüsenstörungen.
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Risikofaktoren und Häufigkeit
Der wichtigste Risikofaktor für demenzielle Erkrankungen ist das Alter. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Demenzen stark an, von knapp zwei Prozent bei Menschen zwischen 65 und 69 Jahren auf mehr als 30 Prozent bei den über 90-Jährigen.
Frauen sind häufiger von Demenz betroffen, weil sie im Durchschnitt älter werden als Männer. Wenn ein Elternteil demenzkrank war, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht. Weitere Risikofaktoren neben dem Alter sind Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzrhythmusstörungen, Depressionen, übermässiger Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht. Auch geistige, soziale und körperliche Inaktivität steigert das Risiko für demenzielle Erkrankungen.
Behandlung
Obwohl Demenz in der Regel nicht heilbar ist, gibt es geeignete Behandlungen, mit denen die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und die Erkrankung verlangsamt werden kann. Bei der medikamentösen Therapie von demenziellen Erkrankungen werden vor allem Antidementiva wie Acetylcholinesterasehemmer eingesetzt. Diese Medikamente beeinflussen bestimmte Botenstoffe im Gehirn, wirken allerdings nur für eine begrenzte Zeitspanne.
Die Methode der Validation kann Entlastung für den Patienten bringen. Diese spezielle Kommunikationsmethode verbessert die Lebensqualität der Betroffenen, weil sie sich verstanden und akzeptiert fühlen.
Eine weitere Behandlungsmethode ist die basale Stimulation, die mit Berührungen, Musik, Gerüchen oder dem Geschmackssinn arbeitet. Sie kann selbst stark eingeschränkte Demenzkranke dazu anregen, den eigenen Körper und die Aussenwelt wahrzunehmen.
In jedem Stadium der Demenz sind Aktivierung, Beschäftigung und menschliche Zuwendung die wichtigsten Behandlungsansätze, um das Befinden der Betroffenen zu verbessern.
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